Die Kanzlei Dr. Cronemeyer Rechtsanwälte hat für den Sohn eines berühmten deutschen Schlagersängers und Moderators eine einstweilige Verfügung vor der Pressekammer Hamburg erwirkt. Auf den Widerspruch des Verlages hat das Gericht seine einstweilige Verfügung nunmehr bestätigt.
In dem Verfahren ging es um die Grenzen für die Fotoberichterstattung im Rahmen sog. Homestorys. Der Sänger, Moderator und Vater des Antragstellers hatte anlässlich einer TV-Serie „Privat bei …“ einer Zeitschrift ein Interview gegeben, in dem es um die privaten Wohn- und Lebensverhältnisse der Familie ging. Die Zeitschrift hatte zusätzlich zu dem Interview ein zwei Jahre altes Foto ohne Einwilligung des minderjährigen Sohnes auf dem Oktoberfest veröffentlicht. Die Pressekammer hat hierzu festgestellt, dass die Familienverhältnisse des berühmten Sängers als solches nicht bereits ein zeitgeschichtliches Ereignis begründen würden, bei dem eine Veröffentlichung des Bildes auch ohne Einwilligung des Sohnes hätte erfolgen dürfen. Das Oktoberfest käme zwar als mögliches zeitgeschichtliches Ereignis durchaus in Betracht, war aber selbst nicht Gegenstand des Beitrages, sondern allein die von seinem Vater preisgegebenen Umstände der gemeinsamen Wohnung.

Dr. Patricia Cronemeyer hält diese Entscheidung für überzeugend: „Es ist sachgerecht, wenn die Gerichte in ihrer Abwägung zwischen Medienfreiheit und Persönlichkeitsrecht eines Minderjährigen dem Persönlichkeitsrecht den Vorrang einräumen. Die Familienverhältnisse selbst begründen gerade noch kein zeitgeschichtliches Ereignis, das einen Vorrang der Medienfreiheit rechtfertigen würde. Anderenfalls würde es den Medien freistehen im Rahmen einer Homestory jedwede begleitende Fotoberichterstattung zu veröffentlichen, auch wenn diese in keinerlei Zusammenhang mehr zu der eigentlichen Homestory steht. Eine solche Auslegung entspricht aber nicht mehr dem Wortlaut des Gesetzes, der gerade die Bebilderung eines Ereignisses aus dem Bereich der Zeitgeschichte verlangt.
Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hat der ausufernden Fotoberichterstattung im Boulevardbereich deutliche Grenzen gesetzt, welche das Gericht hier konsequent umgesetzt hat.“