Diverse Wirtschaftsunternehmen bedienen sich vorzugsweise der Werbung mit Prominenten für ihre Produkte und Dienstleistungen. Vorreiter auf diesem Gebiet ist ein deutsches Mietwagenunternehmen, das in der Vergangenheit ohne Erlaubnis der Betroffenen satirisch-spöttische Werbeanzeigen insbesondere mit bestimmten Personen des öffentlichen Lebens, insbesondere Politikern, in Verbindung mit einem bestimmten tagesaktuellen Ereignis geschaltet hat.

Zuletzt sorgte auch ein italienisches Textilunternehmen für Aufregung, das mit küssenden Staatsoberhäuptern im Rahmen von Fotomontagen geworben hat.

Der Bundesgerichtshof hält eine solche Werbung nur in engen Grenzen durch die Meinungsfreiheit der werbenden Unternehmen für gerechtfertigt. Dieter Bohlen und Ernst August von Hannover haben gegen eine ähnliche nicht autorisierte Werbekampagne eines Zigarettenherstellers mit ihren Vornamen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg geklagt, der diese deutsche Rechtsprechung schon bald korrigieren könnte.

Dr. Tobias Hermann, Mitarbeiter der Kanzlei Dr. Cronemeyer Rechtsanwälte, sieht diese Entwicklung kritisch:

„Im Hinblick auf das kommerzielle Persönlichkeitsrecht der abgebildeten oder genannten Werbeträger halte ich es für zweifelhaft, ob in diesen Fällen wirklich der Meinungsfreiheit der werbenden Unternehmen der Vorrang einzuräumen ist. Im Vordergrund dürfte wohl weniger die Meinung des Werbenden zu einem bestimmten Thema von öffentlichem Interesse stehen, sondern eher der Versuch, die Aufmerksamkeit auf das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung zu lenken. Letztlich kann der Rechtsschutz der Betroffenen nicht davon abhängen, ob eine bestimmte satirische Anzeige witzig genug ist oder nicht. Die derzeitige höchstrichterliche Rechtsprechung läuft im Ergebnis auf eine Art juristische Humorkontrolle hinaus.“